Mittwoch, 18. Februar 2009

Urlaub

_*Urlaub*_


*Mikumi*

Am 26. Dezember ging es also mit dem Landrover über die Sandpiste
Richtung Urlaub. Unser erstes Ziel -- nach der endlich erreichten
Teerstraße -- war der Mikumi-Nationalpark.

Auch wenn er einer der kleineren Parks ist waren wir alle restlos
begeistert.

Mitten in diesem Park in einem Zelt-Camp zu übernachten war schon
spannend genug, besonders als unsere Guides uns abends sagten: "Wenn wir
sagen LAUFT, dann lauft uns einfach hinterher und fragt nicht warum!"

Außer einem Affen im Müllloch waren die Tiere jedoch nur nachts zu hören.

Dafür konnten wir sie bei unseren Fahren durch den Park um so besser und
vielfältiger bestaunen. Es war einfach nur fantastisch und atemberaubend!

Giraffen, die gemütlich vor uns auf der Straße entlang spazieren und
danach schwebend durch die Landschaft laufen. Nilpferde die gemütlich im
Wasser vor sich hin grunzen oder kleine Kämpfe austragen und nebenan
schwimmen seelenruhig Krokodile. Elefanten, die sich vor uns auf dem Weg
einer Morgendusche unterziehen oder gemütlich durch die Gegend trotten.

Was jedoch für die meisten von uns am eindrücklichsten war, waren die
Löwen! Jedes Mal wenn wir durch den Park gefahren sind durften wir diese
faszinierenden Tiere bewundern, wenn wir auch großen Respekt vor ihnen
hatten.

Büffel- und Antilopenherden am Wegrand und immer wieder vereinzelte
Warzenschweine waren dagegen schon fast uninteressant.


*Morogoro*

Nach drei Tagen im Park ging es für uns weiter nach Morogoro, wo wir
gemeinsam mit einer Missionarin und unseren Guides Bergsteigen waren.

Der Aufstieg am ersten Tag zum Basecamp war zwar -- für mich -- sehr
anstrengend, aber es hat sich wirklich gelohnt. Von der Morningside, wo
sich unser Camp befand konnten wir ganz Morogoro überblicken, was schon
am Tag ein gewaltiger Anblick war. Am nächsten Tag sind die meisten von
uns bis zum Gipfel hinaufgestiegen

Auf der Morningside haben wir dann abends auch Silvester gefeiert und es
war einmalig schön. Der Blick über die Stadt mit den vielen glitzernden
Lichtern, die Berge um uns herum und mittendrin wir mit ein paar
Wunderkerzen.

Am nächsten Morgen hieß dann jedoch schon wieder Abbauen und Absteigen.


*Sansibar*

Nun ging es zum entspannteren Teil des Urlaubes über, denn mit der Fähre
setzten wir am 2. Januar von Dar Es Salaam nach Sansibar über, der Insel
wo der Pfeffer (und noch vieles anderes) wächst.

Nach einem Tag Touristenbummel in Stonetown ging es anschließend an die
East Coast in ein Hotel direkt am Strand.

Da Sansibar für seine Gewürze bekannt ist, haben wir von dort aus eine
Spicetour mitgemacht und allerhand interessante Pflanzen und Gewürze
kennengelernt.


*Rückfahrt*

Nach einigen Tagen hieß es dann allerdings wieder Abschied nehmen.

Von Freunden hatten wir erfahren, dass es auch eine Nachtfähre gibt und
da diese viel günstiger ist, haben vier von uns Mädels sich entschlossen
bereits einen Tag früher abzureisen und diese Chance zu nutzen.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Wir haben draußen an Deck unter freiem Himmel geschlafen und einen
wunderschönen Sonnenaufgang vom Meer aus bewundern können, während wir
von den Einheimischen auch sehr verwundert bestaunt wurden, da wir fast
die einzigen Weißen auf dem Schiff waren.

Nachdem der Rest unserer Truppe auch in Dar Es Salaam ankam, sind wir am
Abend noch in einen afrikanischen Zirkus gegangen, in dem wir
atemberaubende Akrobatik gezeigt bekamen.

Nach diesem schönen Abschluss ging es am nächsten Morgen bereits wieder
Richtung Mbesa.

Mein Leben in Mbesa

_*Mein Leben in Mbesa*_


_*Chui (Leopard)*_

Vor kurzem war die Aufregung in Mbesa groß, denn ein Leopard lief durch
die Gegend und wurde ganz in der Nähe der Schule gesehen.

Er war nachts in eine Falle getreten, ist entkommen und war nun auf
Futter-Suche.

Somit wurden wir mit dem Auto abgeholt und haben auf dem Weg bei der
Jagd zusehen können.

Leider ist er erneut entkommen und auch die Schüsse haben ihr Ziel verfehlt.

Nun hoffen wir, dass er bald gefangen wird, damit er nicht noch mehr
Tiere reißt


*Chor*

Hier in Mbesa gehe ich regelmäßig in die Jugendstunde in der Kirche.
Dort kam nun die Überlegung auf, dass wir doch mal wieder in der Kirche
singen könnten.

Gesagt, getan! Die nächsten Abende waren mit Proben gefüllt und am
folgenden Sonntag haben wir dann wirklich als Chor vorne in der Kirche
gesungen und getanzt (das gehört hier unbedingt zum Chor dazu).

Wir Deutschen waren bloß ziemlich verwirrt, als erst ein uns völlig
unbekanntes Lied gesungen wurde und wir dann auch noch improvisiert eine
nicht bekannte Choreographie durchgeführt wurde. Jedoch haben wir uns
wacker geschlagen und konnten anschließend fleißig die eingeübten Lieder
und Bewegungen vorführen.


*Weihnachten*

Weniger aufregend, aber sehr schön war unser Weihnachtsfest hier in
Mbesa. Wir 9 Kurzzeitler haben uns am 24.12. alle in unserem Haus
getroffen, um gemeinsam zu feiern und es war wirklich ein tolles Fest,
wenn auch ganz anders als in Deutschland, zumal es mein erstes
Weihnachten ohne meine Familie war.

Das Festtagsessen war eher landestypisch gehalten (Reis & Kartoffeln mit
Soßen und Salat), es gab eine Andacht, die Lesung der
Weihnachtsgeschichte und ein Krippenspiel sowie natürlich die Bescherung.

Am nächsten Tag haben wir dann für eine Kurzzeitlerin aus England
englische Weihnacht mit Stocking, Eggs and bacon, selbst gemachten
Knallbonbons und jeder Menge Postkarten gefeiert und sind anschließend
in die Kirche zum Weihnachtsgottesdienst gegangen.

Dort wurden dann auch endlich einige Weihnachtslieder auf Suaheli
gesungen, was ich in der Adventszeit sehr vermisst hatte und Weihnachten
wurde wieder ein Stückchen wirklicher.

Meine Arbeit

_*Meine Arbeit*_


*Weihnachtszeit in der Schule*

Seit über 5 Monaten unterrichte ich inzwischen und es ist jeden Tag neu
schön, den Kindern so viele Dinge beibringen zu dürfen und sie bei
diesem wichtigen Prozess so nah begleiten zu können.

Natürlich sind wir als Lernhelfer nicht ausschließlich dazu da den
Kindern ihren Lernstoff nahe zu bringen sondern sind für sie auch
Freunde und wollen ihnen das Lernen auch angenehm gestalten.

In der Vorweihnachtszeit haben wir uns daher jeden Morgen -- in den
weihnachtlich geschmückten Klassenraum - zusammengesetzt und
Weihnachtslieder gesungen, eine Geschichte gehört, gebetet und natürlich
den Adventskalender geplündert.

Diese morgendliche Gemütlichkeit hat auch gerade uns Lernhelfern ein
wenig geholfen in Weihnachtsstimmung zu kommen, was bei sehr
sommerlichen Temperaturen schon mal schwierig werden kann.

Am 18. Dezember wurden dann bei uns die Weihnachtsferien eingeläutet.
Doch vorher standen Christoph und ich noch vor der Herausforderung für
unsere Schüler Zwischenzeugnisse / -beurteilungen zu schreiben und einen
schönen Jahresabschluss für unsere Schüler zu schaffen. Dazu haben wir
es uns am letzten Tag richtig gemütlich gemacht, die Chaipause
(Teepause) in die Schule verlegt, die älteren Geschwister als Gäste
eingeladen, gesungen, gelesen, Süßigkeiten verspeist, gespielt und
(natürlich) den Adventskalender geköpft.

Nach 3 langen Wochen hat die Schule wieder begonnen und die Kinder haben
sich sogar darüber gefreut -- und ich mich auch. Inzwischen sind alle
wieder fleißig am Lernen, Lachen und Pausen genießen.


*Nikolauslied*

Wie ihr ja bereits mitbekommen habt, ist Weihnachten hier ganz anders
als in Deutschland und das merkt man sogar an den deutschen
Weihnachtsliedern.

Dieses Nikolauslied haben wir mit unseren Schülern bis zum 6.12. jeden
Morgen gesungen und der Nikolaus hat auch tatsächlich den Weg hier in
den Busch gefunden!


Wenn es heiß ist und man schwitzt,

kommt der Nikolaus angeflitzt.

Lustig, lustig, tralalalala,

bald ist Nikolausabend da,

bald ist Nikolausabend da.

Ruft er endlich "Hodi" hier,

machen wir schnell auf die Tür.

Lustig, lustig, tralalalala,

bald ist Nikolausabend da,

bald ist Nikolausabend da.


*Schule am Samstag?*

Um ein wenig Unterricht aufzuholen haben wir im Januar zwei
Super-Schul-Samstage veranstaltet. Damit es jedoch für unsere Schüler --
und uns - keine Quälerei ist zur Schule zu kommen haben wir uns das
Ganze mit Teepause in der Schule, vielen spielen, langen Pausen
Schwimmen und gemeinsamen Mittagessen verschönert.

Am zweiten Samstag wurde das Mittagessen sogar von den Erstklässlern
zubereitet.

Als Vorspeise gab es belegte Tomatenbrote mit selbstgezüchteter Kresse.

Der Hauptgang bestand aus Milchreis mit Obstsalat und der Nachtisch hieß
ganz simpel "Schwimmen".