Dienstag, 21. Oktober 2008

Kurzzeitler-Wochenende in Nanjoka

Nach der Konferenz haben wir Kurzzeitler uns aufgemacht und sind nach Nanjoka gefahren, einem Vorort der Distrikthauptstadt Tunduru, wo sich eine Außenstation der Mission befindet.

Hier hatten wir das erste von fünf Kurzzeitler-Wochenenden in diesem Jahr.

An diesen Wochenende soll es darum gehen, dass wir eine Begleitung für unser Leben hier in Afrika bekommen, die Kontakte untereinander pflegen können und einen geistlichen Input bekommen.

Die Schwierigkeit mit uns Kurzzeitlern besteht nämlich darin, dass wir im ganzen Land verteilt leben.

In Mbesa sind wir zu acht und arbeiten in den verschiedensten Bereichen (Englischunterricht, Waisenhaus, deutsche Grundschule, einheimische Grundschule, Office, Krankenhaus), zwei Jungs leben in Nanjoka und machen gemeinsam mit den Mädels in Songea die HIV und AIDS Prävention und drei leben in Dar Es Salaam und arbeiten dort im Internat.

Das erste Wochenende war auf jeden Fall schon mal ein guter Anfang für diese Begleitung und kam nach der Konferenz genau richtig, um sich ein wenig zu erholen und die nächste Woche wieder mit vollem Elan beginnen zu können.

Wir haben begonnen das Buch „Leben mit Vision“ von Rick Warren durchzuarbeiten und ich bin gespannt, was ich dieses Mal daraus ziehen kann (Wir haben das Buch vor einiger Zeit mit der gesamten Gemeinde durchgearbeitet).

Neben geistlichem Input hatten wir Zeit zum Erholen und jede Menge Spaß.

Es wurden spannende Wasserballmatche ausgetragen, Pizza im Lagerfeuer zubereitet, gesungen & gelacht, Fotos bestaunt und Schlaf nachgeholt.

Wir sind gespannt, was die nächsten Wochenenden mit sich bringen werden.

Das nächste Wochenende findet dann Mitte November hier in Mbesa statt.


Konferenz

Vom 2. bis zum 9. Oktober fand hier in Mbesa die Missionarskonferenz statt, zu der alle Missionare aus Tansania zusammenkamen, um eine gemeinsame Zeit zu haben, geistlichen Input zu bekommen, wichtige Anliegen zu besprechen und das Jubiläum von Ehepaar Gräf zu feiern, die seit 50 Jahren hier in Tansania leben und arbeiten.

Ihnen war der ganze Samstag geweiht, an dem diverse Reden Anspiele und Vorträge gehalten wurden und von alten Zeiten erzählt wurde.

Die Konferenz stand unter dem Thema „Kommt zu mir und lernt von mir“ (Matthäus 11,28), in welches uns uns Klaus Brinkmann (Er arbeitet mit einem Missionar meiner deutschen Gemeinde – Rudi Walter – zusammen) in fünf Bibelarbeiten mit hinein genommen hat.

Anlässlich dieser Konferenz war auch meine Freundin Yvonne hier in Mbesa und hat gemeinsam mit ihrer Mitbewohnerin eine Woche bei uns gewohnt.

Sie wohnt normalerweise in Songea und macht dort HIV und AIDS Prävention unter Kindern und Jugendlichen.

Ich habe mich riesig darüber gefreut, sie nun auch in Tansania zu sehen und die Zeit mit ihr genossen.

Wir Kurzzeitler waren während dieser Zeit hauptsächlich für das Kinderprogramm zuständig und auch die Schule lief vormittags parallel weiter, was die Kinder erstaunlich gut akzeptiert und mitgemacht haben.

Im Vormittagsprogramm haben die jüngeren Kinder die biblische Geschichte von „Daniel“ erarbeitet, gesungen und gespielt.

Die Nachmittage standen für alle Kinder gemeinsam unter dem Thema „Olympiade“. Es wurden spannende Wettkämpfe ausgetragen, Fahnendiebe verfolgt und viele andere tolle Sachen gemacht.

Natürlich hatten wir auch eine Olympiahymne und ein richtiges olympisches Gremium samt Punktrichtern etc.

Am Wochenende gab es sogar eine Übernachtung am Schwimmbad mit Lagerfeuer und am Ende der Konferenz wurden allen feierlich ihre Medaillen überreicht und gemeinsam die Fotos des Kinderprogramms bestaunt.

Auch wenn ich nicht allzu viel von der Konferenz mitbekommen habe, habe ich sie als sehr positiv erlebt und fand es schön einmal alle Missionare kennenzulernen und mich auch mit ihnen auszutauschen.

Mbesa

In Mbesa angekommen ging es erstmal ab nach Hause. Mein Zuhause ist ein recht großes Haus mit schönem Garten, in dem ich gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin Katrin lebe. Sie ist 23, Kinderkrankenschwester und arbeitet im Waisenhaus (Yatima).

Zu unserem Haushalt gehören außerdem noch unsere Katze Lucy und am Wochenende der 1-jährige Ezekiel, ein afrikanisches Waisenkind, um das sich Katrin liebevoll kümmert.


Hier im Dorf wurden wir von den Missionaren sehr freundlich aufgenommen.

Am ersten Tag haben wir erstmal einen Rundgang über die Station gemacht.

Die Station liegt am Rand des Dorfes und hier leben wir Missionare und die einheimischen Mitarbeiter. Auf der Station gibt es außer unseren Häusern und den Häusern der Mitarbeiter, die einheimische Mädchenschule (Bethania), eine Handwerksschule (Nazareth), das Office, die einheimische Grundschule (Mkwaju), die Stationskirche (Misheni), ein Krankenhaus, das Yatima und natürlich die deutsche Grundschule, meinen Arbeitsplatz.


In der deutschen Schule unterrichte ich gemeinsam mit Christoph, derzeit 5 Schüler in 3 Klassen per Fernschulmaterial. Ich bin hauptsächlich für die beiden Erstklässler zuständig und freue mich jeden Tag zu sehen, wie hochmotiviert sie sind und wie viel Spaß ihnen das Lernen macht. Außerdem unterrichte ich den Viertklässler in Deutsch, die vierte und fünfte Klasse in Kunst und gebe der ersten und vierten Klasse Blockflötenunterricht.


In meiner Freizeit mache ich viel gemeinsam mit Katrin, Ida (sie arbeitet in der einheimischen Grundschule) und Alyssa (sie gibt Englischunterricht) und ab und an treffen wir uns auch mit Matthias, der im Office tätig ist und Christoph, um gemeinsam zu essen oder zu spielen.

Ansonsten verbringe ich meine Zeit mit Unterrichtsvorbereitungen, E-Mails und Briefe schreiben, Haushalt machen, schwimmen gehen, mit den Kindern spielen und damit mehr und mehr die Station und ihre Bewohner kennenzulernen.


Inzwischen war ich auch schon in mehreren Gottesdiensten und muss sagen, dass es ganz anders ist als in Deutschland, abgesehen davon, dass ich längst nicht alles verstehe, da selbstverständlich alles auf Kisuaheli ist.

Ich komme aber immer mehr in die Sprache rein, sodass ich mehr verstehen kann und sogar schon einige Lieder kenne.

Sprachschule in Lushoto

Am 27. Juli ging es mit einem für afrikanische Verhältnisse sehr luxuriösem Reisebus in einer 7-stündigen Busfahrt von Dar Es Salaam nach Lushoto. Lushoto ist ein kleiner Ort in den Usambara-Bergen im Norden Tansanias.

Dort lebt eine deutsche Missionarin mit ihrer Familie und bietet Sprachkurse für Kurzzeitler und Missionare an.

Außer uns 4 Kurzzeitlern aus Mbesa waren dort noch 5 Mädchen, die auch für 1 Jahr in Tansania arbeiten werden. Allerdings liegt ihr Einsatzgebiet in Arusha und nahe Moshi, wo sie in Vorschulen arbeiten werden.

Es war eine sehr schöne Zeit mit ihnen und wir hatten neben dem Lernen auch noch eine Menge Spaß!


Dadurch, dass wir „nur“ 3 Wochen in Lushoto waren, hatten wir ein ziemlich volles und intensives Programm.

Jeden Tag haben wir morgens für 3 Stunden und 3 mal wöchentlich auch nachmittags für 1,5 Stunden fleißig Kisuaheli gelernt. Außerdem haben wir viele interessante Dinge über die Kultur, das Land und die Menschen erfahren und somit manche Dinge besser verstehen können oder auch einen besseren Einblick erhalten.

Es gab in der Zeit 2 schriftliche Test und einen mündlichen Abschlusstest, um zu überprüfen, wie viel wir bisher gelernt haben.

Um die Sprache noch besser zu festigen waren wir an unserem letzten Lushoto-Wochenende für 4 Tage in einheimischen Gastfamilien, in denen – selbstverständlich – nur Kisuaheli gesprochen wurde. Ich war erstaunt, wie gut ich bereits kommunizieren konnte, auch wenn ich natürlich manchmal für Gelächter gesorgt habe.

An diesem Wochenende habe ich auch direkt meine erste Malaria überstanden! Es war alles halb so wild, außer, dass ich mich etwas abgeschlagen fühlte – die Symptome waren ähnlich einer deutschen Grippe.


Ein wenig Abwechslung und Erholung schufen die Wochenenden, an denen uns der einheimische Mann der Missionarin mit dem Pick-Up auf Safari (Reise) begleitet hat. Wir waren an diversen Viewpoints und haben das zweite Wochenende in Mtae verbracht, einem kleinen Dorf 3 Stunden von Lushoto entfernt. Dort haben wir das dortige Wasserprojekt angeschaut, eine Wanderung zu den verschiedenen Viewpoints gemacht und wunderschöne Sonnenaufgänge bestaunen können! Den Abend vor unserer Abreise aus Lushoto haben wir nach einer Wanderung zum Wasserfall noch gegrillt und sind dann am nächsten Morgen zum Bus zurück nach Dar Es Salaam gebracht worden.